Mittwoch, 14. April 2010

Pandemie


Wir im Spielekreis spielen immer wieder gerne das Spiel "Pandemie". Es hat sich zum echten Dauerbrenner entwickelt. Das Besondere an dem Brettspiel: Die Spieler arbeiten gemeinsam an dem Ziel, mehrere Pandemien, die sich über der Weltkarte ausbreiten, rechtzeitig einzudämmen. Es macht immer wieder Spaß.

Doch auch andere spielen gerne mal Pandemie. Und zwar sind es ein paar Pharmakonzerne. Die Regeln sind ein wenig einfacher als bei dem Brettspiel. Man muss nur seine Einflüsse in Organisationen und Politik spielen lassen, auf schlechten und sensationslüsternen Journalismus vertrauen, und schon rollt der Rubel.

Die letzte große Pandemie waren die Pocken (nicht AIDS, wie man meinen könnte), doch durch den massiven Verkauf von Impfstoffen hat die Industrie blöderweise die eigenen Käuferschichten im wahrsten Sinne des Wortes "gesundschrumpfen" lassen. Es ist klar: Das Pandemiegeschäft brauchte einen dringenden Relaunch.

Den ersten Schritt hierfür ermöglichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Früher war eine Pandemie eine länderübergreifende Seuche mit hoher Sterblichkeit. Doch heutzutage haben wir natürlich höhere Ansprüche ans Leben. Wir wollen alle ewig jung und fit sein, nur "überleben" ist zu wenig. 2006 hat daher die WHO den Passus "eine sehr große Anzahl von Toten und Kranken" einfach aus der Pandemie-Definition gestrichen, womit nun bei jedem Schnupfen eine Pandemie-Warnung ausgerufen werden kann. Es war natürlich reiner Zufall, dass die Impfstoffhersteller Novartis und GlaxoShmithKline entsprechende Vertreter in der WHO sitzen haben, die auch den einzelnen Regierungen den Ausruf der Pandemiewarnung empfahlen, woraufhin - so ist es halt mal, rein zufällig - die Aktienkurse beider Unternehmen in die Höhe schnellten.

Jährlich sterben an der normalen Grippe Tausende von Deutschen. An der Schweinegrippe starben weitaus weniger. Selten hat man eine so harmlose Grippe erlebt wie die Schweinegrippe. Dafür war diese Grippe umso lukrativer. Allein die "Schnelltests", bei denen man mit einer Exaktheit von "50:50" testen konnte, ob man infiziert ist (mit anderen Worten, man hätte auch eine Münze werfen können) sorgten für Rekordeinnahmen. Die BILD-Zeitung schürte mit etlichen Schlagzeilen die Angst der Bevölkerung. Adolf Windorfer, Professor an der Medizinischen Hochschule Hannover, prophezeite "auch bei einem eher milden Verlauf" allein in Deutschland "25.000 bis 30.000 Tote".

Letztlich fand man 235 Tote, die tatsächlich mit den Virus infiziert waren. Ungeprüft der Umstand, ob überhaupt eine dieser Personen "an dem Virus" verstorben ist, oder ob sie verstarben und zeitgleich infiziert waren.

Man muss die Pharmakonzerne aber auch verstehen. Sie sind börsennotiert! Die "Kranken" sind als Kunden zwar zahlungskräftig und willig, aber eine viel zu unzuverlässige Größe! Denn kranke Menschen haben eine dumme Eigenheit. Entweder, sie sterben an der Krankheit, oder sie werden (zum Glück in den allermeisten Fällen) schlicht und einfach gesund. Doch wie auch immer: Sie fallen als Kunde irgendwann aus der Zielgruppe. Zwar gab es schon vor etlichen Jahrzehnten perfektionierte Methoden, Kranke auf Dauer im "behandlungsbedürftigen Zustand" zu halten (herrlich beschrieben in "Der Zauberberg" von Thomas Mann), letztlich klappt es aber nicht immer, auch wenn sich viele Ärzte durch eine Vielzahl an Nachuntersuchungs- und Beobachtungsterminen redlich bemühen, den Kranken nicht so schnell an den unlukrativen Personenkreis der "Gesunden" zu verlieren.

Daher hat es die Industrie schon seit über 100 Jahren auf eine viel größere und stabilere Zielgruppe abgesehen: Die der "noch nicht kranken". Denn letztlich ist es doch genau das, was jeder gesunde Mensch ist: Ein potenzieller Kranker. Das erreicht man leicht, indem man irgendwelchen Messgrößen frei nach Phantasie "Grenzwerte" zuschreibt und indem man kerngesunde Menschen am besten monatlich zur "Vorsorge" schickt. In den USA hat man den "Vorsorge-Wahnsinn" sogar perfektioniert: An 70 Prozent aller Frauen, bei denen die Gebärmutter entfernt wurde, wird dennoch Gebärmutterkrebs-Vorsorge betrieben - jährlich rund zehn Millionen Tests, die natürlich dank ihres durchschlagenden Erfolgs gut für die Statistik sind.

Ist das alles weit hergeholt? Eine Verschwörungsthese von so ein paar Spinnern, die das Gras wachsen hören? Dann muss man dazu auch Uwe Dolata zählen, Pressesprecher im Bund Deutscher Kriminalbeamte und als Wirtschaftskriminalist Fachmann für Korruption und Wirtschaftskriminalität. Er behauptet, in der Gesundheitsbranche herrschten mafiöse Strukturen und meinte in der Sendung "Pelzig unterhält sich" vom 16. April: "Die Gesundheitslobby, die Pharmabranche, ist zu stark. Sie hat die Politiker im Griff, die sind praktisch nur noch Marionetten."

Denn eines ist klar: Die wollen alle nur unser Bestes. Nämlich unser Geld.

Kommentare:

  1. Auch an der normalen Grippe sterben keine Tausende, sondern um die 15 Leute. Die hohe Zahl kommt hier nur durch die beknackte Zählweise, bei der alle Toten bei denen man die Todesursache nicht kennt, der Grippe zugeschrieben werden. Oder zumindest so ähnlich. Da gabs auch mal ne Doku in der das offengelegt wurde.
    Solche Zählweisen werden nur verwendet um den Leuten Angst zu machen. Ist das gleiche wie bei den Rechtsextremen Straftaten. Da werden zum Beispiel auch Hakenkreuzschmierereien als Straftat gezählt, bei denen nicht bekannt ist wer es war. Selbst wenn es ein kleines Kind war, welches das Symbol schön findet, oder ein Linksextremer, der die Rechtsextremen Straftaten in die Höhe treiben will.
    Es geht letztlich darum den Leuten mit großen Zahlen Angst zu machen, damit man ihnen das Geld leichter aus dem Kreuz leiern kann und um sie ganz allgemein zu beschäftigen, damit sie sich nicht um wirklich wichtige Sachen kümmern, und natürlich darum, das Volk zu bemuttern und es vor solchen "Katastrophen" "zu retten", also um die Macht durch ahnungslose Zustimmung zu erhalten.
    Aber nicht immer fallen die Leute darauf herein, wie z.B. bei der Schweinegrippe. Selbst Politiker haben vor Kameras berichtet, dass sie sich vorbidlich haben impfen lassen. Und dennoch sind nicht annähernd so viele zum Impfen gegangen, wie man sich ausgemalt hatte nachdem man von tausenden Toten geredet hat. Bleibt zu hoffen, dass auch bei anderen Sachen noch viele Leute aufwachen, z.B. bei den Anhängern der Klimareligion. Da wurden mit dem EEG schon über 50 Milliarden nur für Solaranlagen rausgeschmissen, nur damit die Solarkraft jetzt 0,irgendwas % am Strommarkt ausmacht. Und dafür werden Steuergelder verpulvert, selbst nachdem Machenschaften ans Licht gekommen sind wie z.B. das Verbreiten von Falschaussagen und Unterdrücken von gegenläufigen Meinungen. Aber man will ja gut sein, man will ja das Klima retten.

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  2. Und natürlich wird oftmals auch einfach nur kräftig überreagiert, zu sehen an der derzeitigen Luftraumsperrung.

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  3. Wobei ich damit kein Problem habe. Aber wenn aus wirtschaftlichen Interessen Panik geschürt wird, und zwar von genau den Leuten, die an dieser Panik profitieren (Medikamentehersteller, Zeitungen), dann sollte man das anprangern.

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