Samstag, 6. Januar 2018

The Orville - 13 neue Folgen ohne Filler

Seth MacFarlane möchte auch für die zweite "Orville"-Staffel nur 13 Folgen produzieren. Lieber 13 gute Folgen, als 22 Folgen mit mehreren "Fillern", so lautete seine Aussage.

Wer möchte ihm da widersprechen?

Tja, ich möchte ihm da widersprechen!

Denn so funktioniert Kreativität nicht.

Aber offenbar stellen sich das viele so vor. Hätte man bei der Classic-Serie jeweils nur 13 Episoden pro Season geordert, dann wären nur die 13 besten der jeweiligen Staffeln produziert worden.

Und da sage ich: Keineswegs!

Es ist noch nicht einmal gesagt, ob uns dann Episoden wie "Spocks Gehirn" oder auf "Messers Schneide" erspart geblieben wären.

Gleichzeitig wäre es sehr wohl gut denkbar, dass dabei Ideen wie die Tribbles unter den Tisch gefallen wären.

Kreativität ist nicht so planbar wie sich manche das vorstellen. Die Wahrscheinlichkeit, einen Volltreffer zu landen, nimmt nicht zu, wenn man weniger Versuche unternimmt. Sie nimmt ab.

Es gibt Episoden, die eine clevere Idee haben und die auf dem Papier gut aussehen, und dann kommen sie überhaupt nicht gut an. Und es gibt den umgekehrten Fall. Die Deep-Space-Nine-Folge "Die Erpressung" war eine gezielte Filler-Folge (Keiko ist von einem Alien besessen), die Budget sparen sollte, das man für die Jubiläumsfolge "Immer die Last mit den Tribbles" überzogen hatte. Heraus kam eine extrem beliebte und spannende Episode.

Ich weiß, Filler ist ein Schimpfwort. Viele Serien wurden früher in Arc- und Filler-Episoden aufgeteilt. Mehr als "die Folge ist ein Filler" musste man damals als Rezensent nicht schreiben, um eine Folge zu verreißen.

Ich habe aber eher den Eindruck, dass das heutige Event-TV die Serien kaputt macht. Steven Moffat hat das mit "Sherlock" und "Doctor Who" getan. Bei "Sherlock" musste irgendwann jede Folge ein super abgedrehtes Mind-Palce-Wahnsinns-Event werden. Und beim Doctor Who war gefühlt jede Folge die Folge, in der alles ultimativ für immer ganz anders werden würde und überhaupt nichts geringeres als die komplette Verdammnis bevor stand.

Ich vermisse dann die ganz normalen Filler-Episoden. Denn das Event funktioniert ohne Filler nicht. Das ist dann wie jeden Tag Weihnachten. Ich hätte bei "Sherlock" dringend ein paar ganz normale Fälle gebraucht, die Holmes und Watson gemeinsam lösen. Auch wenn die dann vielleicht nicht ganz so superspektakulär sind. Aber das waren die echten Fälle von Sherlock Holmes auch nicht immer.

Ich glaube auch nicht, dass Serien origineller und besser werden, wenn weniger Episoden produziert werden. Die kreativen Muskeln sind nicht viel anders als die biologischen Muskeln. Sie werden stärker, wenn man sie regelmäßig benutzt.

Und das war ja auch bei früheren Serien zu beobachten. Die meisten Serien hatten ihre Hochphase in den Staffel 3 bis 4, manchmal sogar darüber hinaus.

Heute spurten die Serien-Macher los, und schon mit Staffel 2 geht ihnen oft die Puste aus, wie man zum Beispiel an der Serie "The Good Place" sehen kann, die in der ersten Staffel so viele Ideen und Wendung verbraucht hat, dass die Macher jetzt offenbar nicht mehr recht weiter wissen und eindeutig bereits kreativ erschöpft sind.

Sie haben sich einfach nicht die notwendige Zeit gegeben, die Serie mit ihren kreativen Muskeln wachsen zu lassen.

Wenn ich mir dagegen "Frasier" ansehe, so hat die Serie einen steilen Höhenflug in Sachen Kreativität hingelegt. Und das bei weit über 20 Folgen pro Jahr, und das elf Jahre lang!

Daher glaube ich nicht, dass Seth MacFarlane sich damit einen Gefallen tut. Bei nur 13 Folgen werden die Zuschauer auf schwächere oder auch nur durchschnittliche Folgen - und auch dann wird es sie geben - negativer reagieren.

Dafür werden die Zuschauer weniger Zeit mit den Helden der Orville verbringen können. Denn auch banale Filler-Folgen erfüllen zumindest den Zweck, uns die Figuren näher zu bringen, weil wir erneut Zeit mit ihnen verbringen konnten.

Natürlich soll es Seth MacFarlane nicht ergehen wie Rod Sterling. Einen kreativen Muskel kann man auch überanstrengen. Beim Muskeltraining spricht man dann vom Über-Training, und der Muskel baut ab. Rod Sterling ist das passiert. Bei ca. 35 Folgen pro "Twilight Zone"-Staffel, von denen er alle produziert und fast alle geschrieben hat, war er am Ende ausgebrannt und erschöpft.

Allerdings hat MacFarlane ja ein Team aus erfahrenen Autoren und Producern.

Zuletzt bleibt nur noch zu hoffen, dass es nicht erst 2019 mit neuen Episoden weiter geht. Angeblich wird im Februar 2018 mit den Dreharbeiten begonnen. Da wundert mich es doch, wenn es heißt, dass es unwahrscheinlich sei, bis September 2018 die ersten Folgen fertigstellen zu können.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Neue Sehgewohnheiten

Jodie Foster hat beklagt, dass Marvel und DC ihrer Meinung nach die Sehgewohnheiten der amerikanischen Bevölkerung verderben, weil sie außer Spektakel und CGI nichts zu bieten haben.

Fakt ist: Die Sehgewohnheiten haben sich bereits geändert. Es gibt nur noch Sequels zu bekannten Film-Marken. Der Zuschauer erwartet im Kino nichts Neues mehr, er erwartet das Vertraute. Es gilt das MacDonald-Prinzip.

Vor 20-30 Jahren galt für Filmemacher noch die Regel: Willst Du großen Erfolg, musst du Neues wagen. Willst Du sichere, aber geringere Einnahmen, mach ein Sequel. Die allermeisten Sequels spielten weniger ein als der erste Teil. Daher erhielten nur extrem erfolgreiche Filme Sequels.

Heute ist es umgekehrt. Es sind die Sequels, die das ganz große Geld bringen. Der letzte Blockbuster-Erfolg, der kein Sequel war, ist "Avatar".

Aber es wird irgendwann eine neue Kino-Generation kommen, die das anödet. Das gab es schon einmal, als sich die Kinozuschauer in den 1970er Jahren von den großen Sandalen-Filmen Hollywoods abwandten. Es begann die Ära des "New Hollywood". Filme, die mit weniger Geld produziert wurden. Filme wie "Rocky" oder "Der Exorzist". Erst mit "Star Wars" wurde dann dieses "New Hollywood" wieder in eine neue Blockbuster-Sequel-Ära übergeleitet.

Die Zeit wird kommen, da werden die "Star Wars"- und Superheldenfilme das sein, was damals die Sandalen-Filme waren. Diese Zeit kommt unausweichlich, unabhängig davon, ob der Disney-Konzern den aktuellen Trend nun ausschlachtet oder nicht.

Freitag, 29. Dezember 2017

Star Wars - Ein Spoiler-Review

Ich habe ja die "Star Wars"-Fans immer beneidet.

Denn "Star Wars"-Filme litten nie unter Budget-Beschränkungen.

Man hätte auch nie gewagt, die "Star Wars"-Fans mit völlig neuen Layouts oder gar neuen Zeitlinien vor den Kopf zu stoßen.

Doch seit "Episode 8 - Die letzten Jedi" beneide ich "Star Wars"-Fans nicht mehr. Auch wenn man mit ihnen noch längst nicht so brutal umspringt wie mit dem Fans von "Star Trek".

Denn immerhin gilt noch immer: Der Stil ist in sich stimmig. Er wird nicht einfach ins komplette Gegenteil umdefiniert.

Es muss sich also kein "Star Wars"-Fan Fragen stellen wie zum Beispiel: Von welcher Hippie-Kolonie hat noch mal Captain Pike sein komisches Föderations-Schiff bekommen, als er zur gleichen Zeit wie Captain Lorca während des Klingonenkrieges irgendwo durchs All warpte?

Aber das war es auch schon.

Episode 8 - mit dem Titel "Die letzten Jedermanns" oder so ähnlich - wurde offenbar von jemanden geschrieben, der alles tun wollte, nur keinen "Star Wars"-Film inszenieren.

Was faszinierend ist. Denn jeder andere in Hollywood möchte "Star Wars" machen.

Man sehe sich nur die Macher von "Star Trek: Discovery" an. Bei "Star Trek" haben wir ein Konzept, bei dem man heute gegen Khan kämpfen und morgen in die Gegenwart reisen und Wale in die Zukunft transportieren kann. So etwas könnte man in keinem anderen Franchise tun. Nicht in "Star Wars". Nicht in "Alien". Nirgends!

Doch was tut man stattdessen? Anstatt dem Schicksal auf Knien zu danken für dieses sagenhaft vielfältige Konzept, macht man Krieg im All, und das auch noch als bestimmendes Hauptthema Woche für Woche.

Doch jetzt kommt jemand wie Rian Johnson, der sagt:

"Star Wars? Mit all dem Jedi-Hintergrund und der Fantasy? Ach nein, lieber möchte ich einen "Battlestar Galactica"-Film machen.

Die Menschheit auf der Flucht vor den Zylonen. Und das Woche für Woche für Woche!

Das will ich machen!"

Blöd nur, dass Disney sagte: Was? Da ist jemand, der keinen Star-Wars-Film machen will? Her mit ihm, das ist unser Mann!

Und dann hat Rian Johnson offenbar ganz einfach das Galactica-Drehbuch, das in seiner Schublade lag, in einen "Star Wars"-Film umgeschrieben.

Viel musste er nicht ändern.

Da haben wir eine Menschenflotte, die vor den bösen Zylonen flieht. Die Zylonen können seltsamerweise die Hyperraum-Sprünge verfolgen. Gibt es einen Spion an Bord? Jedenfalls will die Präsidentin nicht kämpfen (merkwürdigerweise sind in US-Filmen und -Serien die Präsidenten immer friedliebend), während der hitzköpfige Adama nach Wegen sucht, die Zylonen auszuschalten. Und dann kommt noch der alte Apollo-Darsteller vorbei, ist in Wahrheit ist er aber ein fieser Terrorist.

Gut, kleine Änderungen waren nötig. Luke Skywalker ist natürlich kein Terrorist geworden, sondern nur ein verbitterter Idiot, der auch schon mal wie Jack Nicholson aus Shining am Bett seines Neffen steht, um ihm den Kopf abzuschlagen ... Tja, sowas kommt in den besten Familien vor.

Soweit, so gut.

Klar, ein paar winzige Schwächen hat der Film dadurch natürlich schon. So kleine Schwächen wie die, dass die klassischen Figuren bis zur Unkenntlichkeit verzerrt wurden, dass vor keinem noch so absurdem Deus Ex Machina zurückschreckt wurde und dass so ziemliche alle interessanten Handlungsfäden des Vorgängers abrupt abgewürgt wurden. Im Grunde wurden nun die wenigen originellen Elemente von Episode 7 nachträglich überflüssig.

Das muss man auch erst einmal schaffen!

Dummerweise findet nun - außer der völlig unabhängigen Kritik - nahezu niemand so recht Gefallen an diesem Murks.

Es bleibt eigentlich nur noch die Frage, ob Rian Johnson denn wenigstens einen guten "Galactica-Film" abgeliefert hat.

Ich fürchte nein.

Denn in so gut wie Allem war "Battlestar Galactica" besser als das, was Rian Johnson da zusammengedreht hat. Der Vergnügungsplanet mit seinen Casinos sah zum Beispiel im alten Galactica-Pilotfilm deutlich abgefahrener und phantasievoller aus. Und da musste auch niemand irgendwelche Pferde retten.

Und im Battlestar-Remake war die Präsidentin auch nicht ganz so saublöd wie die von Laura Dern gespielte lilahaarige Anführerin, die männliche Kollegen lieber mit einem Betäubungsschuss außer Gefecht setzt, als sie mal eben kurz in ihre heiligen Pläne einzuweihen. (Pläne, die übrigens so genial sind, dass sie scheitern.)

(Hier sei mir als kurzer Einschub das Thema "Frauen in Episode 8" gestattet. Insgesamt wirken die Frauen in Episode 8 allesamt selbstgerecht, arrogant oder inkompetent. Ihre Unfähigkeit, männliche Kollegen als Team-Mitglieder wahrzunehmen und sie in wichtige Pläne einzuweihen, spricht für eine ausgesprochen unterentwickelte Sozialkompetenz. Es ist erstaunlich, dass der Film sich angesichts der aktuellen Stimmung in Hollywood traut, Frauen derart einseitig negativ darzustellen.)

Vielleicht ist es also doch ganz gut, dass Rian Johnson keinen "Galactica"-Film machen durfte.

Blöd ist es halt jetzt für die "Star Wars"-Fans.

Die stehen jetzt da mit dieser Gurke von Film.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein J.J. Abrams, der da mit einer neuen Zeitlinie drübergeht. Dann können die "Star Wars"-Fans vielleicht im Ansatz nachvollziehen, wie den Fans von "Star Trek" in den letzten Jahren mitgespielt wurde.

Samstag, 16. Dezember 2017

"The Orville" ist besser als "Star Trek" (und nicht nur "Discovery")

Die erste Staffel von "The Orville" ist in den USA gelaufen, und sie hat nicht nur mich total überrascht.

Das, was in den Trailern wirkte wie ein einfallsloses Fan-Projekt und "Star Trek"-Plagiat, erwies sich als die originellste, unterhaltsamste und sympathischste Serie des Jahres 2017.

Noch nie habe ich so schnell die Wandlung von Skepsis bis Begeisterung hin zu Fanatismus entwickelt wie hier, bei "The Orville".

Nun sind ja bereits viele Videos auf Youtube aufgetaucht, in denen "The Orville" mit "Discovery" verglichen wird. Das wohl sympathischste Video ist das hier.


Ehrlich gesagt: Ich denke gar nicht daran, "The Orville" mit "Discovery" zu vergleichen. Die Frage, was besser ist, ist für mich gar keine Frage.

Der Dreck unter meinen Schuhsohlen ist besser als "Discovery"!

Ich gehe daher weiter. Ich frage:

Ist "The Orville" besser als das "Star Trek", das wir bislang kannten?

Hier sind fünf Elemente, in denen "The Orville" besser ist als "Star Trek":

5. Technobabble

Das Technobabble gehört zu einer Science-Fiction-Serie wie der medizinisch Fachbegriff zu einer glaubwürdigen Krankenhaus-Serie. Man darf es nur nicht übertreiben. Man darf es aber auch nicht untertreiben. Bei der "Next Generation" wurde leider zu oft übertrieben. J.J. Abrams hat dann alles in die Tonne geschmissen und auf das Niveau eines Superman-Comics reduziert, indem irgendeine wundersame "rote Materie" plötzlich alles konnte - durch die Zeit reisen, Sonnen reparieren, Planeten vernichten ...

"The Orville" hat genau das richtige Maß gefunden: Technobabble (meist von Isaac), Nachfrage, was das heißt, Übersetzung in Umgangssprache ... und schon kann es mit den Charakterszenen weiter gehen!

4. Das Privatleben der Figuren

Die mit Abstand schönste Szene in "Star Trek 5: Am Rande des Universums" ist die Szene, in der Kirk, Spock und McCoy am Lagerfeuer sitzen. Es ist sogar eine der schönsten Szenen aller "Star Trek"-Filme. Solche Szenen hatte vor allem das Next-Generation-"Star Trek" viel zu wenig. Dabei sind gerade solche Sequenzen enorm wichtig, damit der Zuschauer sich in einem Science-Fiction-Universum zu Hause fühlt.

Und genau das hat Seth MacFarlane stark ausgebaut. Fast jede Folge zeigt uns Charakterszenen, in denen die Figuren beisammen sitzen und sich einfach nur über Privates oder vollkommen Nebensächliches unterhalten. Eine echte Verbesserung!

3. Kein Beamen

Roddenberry hat das Beamen nur erfunden, weil Szenen mit Shuttles damals für TV-Serien zu aufwendig gewesen wären. Auch glaubte er, die Geschichten damit schneller erzählen zu können. Das Beamen hat aber einen riesigen Nachteil: Es ist ein gewaltiger Deus Ex Machina, weil man aus jeder Gefahrensituation wegbeamen kann. Also braucht es viel Technobabble, weshalb Beamen gerade nicht klappt. Ich habe nie verstanden, weshalb Rick Berman für "Enterprise" nicht zumindest das Beamen abgeschafft hat. Abrams war sogar so blöd, eine Super-Beam-Technik einzuführen, mit der man auf andere Planeten beamen kann.

MacFarlane hat das Beamen abgeschafft. Eine Szene, in der ein Shuttle irgendwo landet, funktioniert heute genauso schnell wie das Beamen. Viele "The Orville"-Folgen hätten aber mit einer Beam-Technik schnell gelöst werden können, man hätte sich also jedes Mal irgendeinen Ionen-Sturm-Hinderungsgrund überlegen müssen.

2. Der Humor

Bei "Star Trek" gab es immer schon Humor. Und er kam auch stets bei den Zuschauern wunderbar an. Episoden wie "Kennen Sie Tribbles" sind Fan-Favoriten. Der Humor aber war meist wenigen Episoden vorbehalten. Ansonsten nahm sich "Star Trek" immer extrem ernst, weshalb "Star Trek" - anders als zum Beispiel "Star Wars" - ein sehr spießiges Image hatte, trotz Filmen wie "Star Trek 4: Zurück in die Gegenwart".

Es wird immer behauptet, "The Orville" nutze den Humor, um als Parodie durchzugehen und um sich nicht dem Vorwurf aussetzen zu müssen, ein Plagiat zu sein. Ich denke aber, der Humor ist ein unverzichtbarer Bestandteil, um die Serie unterhaltsamer zu machen. Der Humor hat in "The Orville" eine ähnlich zentrale Funktion wie in Klassikern wie "Ghostbusters" oder "Zurück in die Zukunft". Seth MacFarlane hat den Humor von "Star Trek" als bislang unterschätztes Element erkannt und ausgebaut.

1. Kein "Enterprise-Material"

In der ersten Barclay-Episode "Hollow Pursuits" sagt Riker an einer Stelle, dass jemand wie Barclay nicht auf die Enterprise gehöre. Denn da sind nur die "besten der besten". Ich denke, mit dieser Aussage hat man "Star Trek" keinen Gefallen getan. Denn plötzlich wirkten die Figuren wie die Klassenbesten aus einem Streber-Club. Dieses elitäre Getue hat sich dann leider fortgesetzt und das spießige Image von "Star Trek" verfestigt.

"The Orville" behauptet das gar nicht. Im Gegenteil! Ed Mercer erfährt gleich zu Beginn, dass er nicht die erste Wahl war, um Captain der Orville zu sein. Die Figuren sind viel durchschnittlicher, und dadurch dem Zuschauer näher. MacFarlane hat jedoch auch nicht den Fehler begangen, die Figuren wie bei "Discovery" zu kompletten Vollidioten zu machen. Die Größe einer Person zeigt sich nicht darin, ob sie Fehler begeht, sondern wie sie mit ihren Fehlern umgeht und was sie tut, um sie zu korrigieren. Genau das macht die Figuren in "The Orville" zu Helden. Und das ganz ohne immer und überall der Klassenbeste gewesen zu sein.

Fazit

Daher komme ich zu dem Ergebnis: Ja, "The Orville" ist das bessere "Star Trek".

Samstag, 9. Dezember 2017

Tarantino und Star Trek

Tarantino will angeblich unbedingt einen nicht jugendfreien "Star Trek"-Film machen.

Das führt mich zu der Frage: Was treibt eigentlich so viele Filmschaffende dazu, "Star Trek" unbedingt in eine zähe Dystopie umzukrempeln zu wollen?

Gut, der Mann hat keine Ahnung. Er will düsteres "Star Trek" mit einem R-Rating, und offenbar hat niemand genug Eier in der Hose, dem guten Herren zu sagen, dass "Discovery" bereits düsteres "Star Trek" mit einem R-Rating ist.

Was mich aber nicht los lässt, ist die Frage, was es denn bitte ist, das so viele dazu antreibt, Roddenberrys positive Version der Zukunft schwarz zu färben? Und welcher Wahn bringt sie dazu, dieses einfallslose Vorgehen dann noch für besonders kreativ und originell zu halten? Und das, nachdem man seit Jahrzehnten nichts anderes tut!

Offenbar finden so manche erst ihren Seelenfrieden, wenn Star Trek durch und durch militaristisch, kriegerisch und finster geworden ist.

Nun würde ja niemand etwas dagegen haben, wenn diese Herren ihre eigene Dystopie entwerfen. Ein neues Science-Fiction-Universum aus dem Gehirn von Tarantino!

Das wäre absolut großartig!

Aber nein, er muss sich ja unbedingt an "Star Trek" vergreifen. Am Besten dann mit dem fünften neuen Layout für Klingonen.

Und erneut die Frage: Warum?

Nach diversen Filmen halte ich Joss Whedon ja ein wenig für überschätzt, aber man muss dem Mann hoch anrechnen, dass er sich mit "Firefly" etwas eigenes überlegt hat. Er hat sich nicht an der klaren Vision eines anderen vergriffen.

Anders als Herrschaften wie Abrams, Kurtzman oder Tarantino. Erneut die Frage: Was versprechen sich diese Herren Künstler davon, ständig Roddenberrys Vorstellung einer positiven Zukunft schwarz zu färben? Ertragen sie es nicht, dass da tatsächlich mal jemand keine Dystopie entworfen hat?

Was treibt diese Leute um?

Zum Glück gibt es Seth MacFarlane. Allein das Staffelfinale von "The Orville", das letzten Donnerstag in den USA lief, war eine tiefe Verbeugung vor den humanistischen Überzeugungen Roddenberrys.

Aber ihn hat man ja kein "Star Trek" machen lassen. Was sich angesichts von "The Orville" vielleicht sogar als Glücksfall herausstellt.

Samstag, 14. Oktober 2017

Star Trek: Discovery

Die Zeiten ändern sich

Wenn mir vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, dass mich die Ankündigung einer neuen "Star Trek"-Serie absolut kalt lassen würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Aber das war damals, bevor Rick Berman "Star Trek" im Kino mit unsagbar miesen "Next Generation"-Filmen erst gegen die Wand fuhr, und dann ein J.J. Abrams kam, um mit einer überteuerten "Copy & Paste"-Aktion auch noch den letzten Lebensfunken von "Star Trek" auszublasen. Seitdem ist "Star Trek" nur noch eine unkreative Ansammlung von immer gleichen Schablonen.

Vollkommen anders, und doch etwas, das wir schon x-mal hatten

Nun kommt also erneut ein "Star Trek", das vollkommen anders sein will. Blöderweise wollte das auch schon "Deep Space Nine"! Und dann wollte es "Star Trek: Voyager", das hierfür den Maquis einführte und ans andere Ende der Galaxis flüchtete, wo man eben nicht das All erforschen, sondern stets nur "nach Hause" wollte. Und mit "Enterprise" versuchte man dann, das Rad neu zu erfinden, nur eben "dunkler". J.J. Abrams kam dann auf die "geniale Idee", eine Vorgeschichte zu erzählen, die so eigentlich gar nicht stattgefunden hat.

Es geht jetzt gar nicht darum, ob dieses oder jenes gut oder schlecht war. Es geht darum, dass sich "Star Trek" seit etlichen Jahren im permanenten Ausnahmezustand befindet. Stets soll es anders werden, oder es soll rebootet werden.

Gerade jetzt wäre die Zeit reif für klassisches "Star Trek" gewesen.

Stattdessen kam "Star Trek: Discovery". Eine Serie, die erneut von Leuten gemacht wird, die eigentlich gar kein "Star Trek" machen wollen. Leute, die schlichtweg nicht in der Lage sind, die vielen erzählerischen Möglichkeiten von "Star Trek" zu sehen, und die stattdessen nur über die angeblichen Einschränkungen jammern.

Jetzt also erneut eine Vorgeschichte, die vor Kirk spielt, um den lästigen Idealen der Sternenflotte ein Schnippchen zu schlagen.

Die ersten Minuten von "Star Trek: Discovery" könnten Geschichte schreiben

Ich sage es offen, die ersten Minuten der Pilotepisode erwischten mich gleich auf dem gänzlich falschen Fuß. Sie waren nämlich so grottenschlecht, dass sie fast schon wieder ein in sich geschlossenes Kunstwerk sind.

An jeder Filmhochschule könnte man künftig die ersten Minuten von "Star Trek: Discovery" zeigen, um allen Anwesenden innerhalb kürzester Zeit so ziemlich alle "No Go"s vorzuführen, die man beim Drehbuchschreiben begehen kann.

Das beginnt schon einmal mit einer mehr als langweiligen Szene, in der ein Klingone eine endlos lange Rede hält und uns darin seine Motive erläutert. Das ist allein deshalb bescheuert, weil es bei "Star Trek" in der Regel darum ging, die Motive und Ansichten des (oft vermeintlichen) Gegners zunächst einmal herauszufinden. Hier aber werden sie uns als erstes in vollem Umfang aufgetischt, natürlich hochkreativ in einer Rede, die ein Klingone hält.

Ist es ja schon drollig genug, dass man zwar auf der einen Seite etwas "Neues" machen will, dann aber auf der anderen Seite mit den Klingonen kommt, so ist es aus spannungstechnischen Gründen mehr als unsinnig, aus den Zielen und Motiven der Gegner nicht zumindest streckenweise ein Geheimnis zu machen.

Aber diese Szene fand ich gar nicht so grauenhaft. Sie war nur langweilig. Wirklich schlimm war das, was gleich danach folgte.

Im Anschluss daran sahen wir nämlich, wie Captain Georgiou und Commander Burnham auf einem Wüstenplaneten umherwandeln und dabei einen Dialog abliefern, der an Idiotie schlichtweg nicht zu überbieten ist.

Burnham: "Wir kommen in Frieden. Deshalb sind wir hier! Ist das nicht die zentrale Idee der Sternenflotte?"
Georgiou: "Das habe ich Ihnen beigebracht."
Burnham: "Vertrauen Sie mir nicht Captain?"
Georgiou: "Ich vertraue Ihnen mein Leben an, Commander Burnham, aber das ändert nichts daran, dass Sie sich verlaufen haben. Völlig verlaufen."
Burnham: "Genau genommen hätten wir uns verlaufen."
Georgiou: "Wieviel Zeit bleibt uns noch, bis uns der Sturm dort hinten erreicht?"
Burnham: "Ich schätze noch eine Stunde, 17 Minuten und 22 Sekunden. Darum habe ich darauf geachtet, dass wir uns nicht verlaufen. Der Karte nach liegt der Brunnen in dieser Richtung, Captain."

Nein, das ist kein Nitpicking, das ist eine Analyse einer unglaublichen Unfähigkeit von Autoren 

Allein der erste Satz macht stutzig. Commander Burnham erklärt also Captain Georgiou, dass man in Frieden komme. Warum? Welcher Dialog mag hier vorangegangen sein? Hat Captain Georgiou gefragt: "Warum sind wir eigentlich auf diesem Wüstenplaneten?"

Welcher Dialog ist denkbar, der zu Burnhams Antwort "wir kommen in Frieden, deshalb sind wir hier" führen kann, gefolgt von der wohl rhetorischen Frage, ob das nicht die "zentrale Idee der Sternenflotte" sei?

Daraufhin antwortet Georgiou: "Das habe ich Ihnen beigebracht." Ernsthaft? Ich weiß, dies ist eindeutig der völlig hilflose Versuch der Autoren, im Rahmen eines Dialogs zu vermitteln, dass die beiden sich wohl schon länger kennen. Aber ich gehe davon aus, dass auch "zehn Jahre vor Kirk" jeder, um bei der Sternenflotte erster Offizier werden zu können, zunächst so einige schulische und akademische Laufbahnen durchlaufen muss. Und dennoch hat Burnham erst durch ihren Captain "beigebracht" bekommen, dass die Sternenflotte "in Frieden" kommt?

Hat Picard das auch Riker "beigebracht"? Hat Kirk das Spock "beigebracht"? Und was bitte hat Georgiou der guten Burnham noch "beigebracht"? Die Grundregeln einer Demokratie? Das Prinzip der Schwerkraft?

Doch dann erwidert Burnham etwas ganz Raffiniertes, nämlich etwas, das nichts, aber auch überhaupt nichts mit dem Dialog zuvor zu tun hat, nämlich: "Vertrauen Sie mir nicht, Captain?" Eine berechtigte Frage, wir wissen nur überhaupt rein gar nicht, welchen Anlass Burnham hat, jetzt den Captain zu fragen, ob sie ihr nicht vertraue.

Darauf erwidert Georgiou die Überzeugung, Burnham habe sich verlaufen. Was hat das damit zu tun, dass man "in Frieden" kommt? Kann man sich nur verlaufen, wenn man in Frieden kommt? Hat hier irgendein Dialog-Satz irgendwas mit dem Satz zuvor zu tun?

Jedenfalls fragt Georgiou nun plötzlich, wie lange es dauert, bis der Sturm sie erreicht. Und damit kein Missverständnis darüber aufkommt, ob sie damit den Sturm links, recht, oben oder unten meint, sagt sie auch klar: "der Sturm dort hinten".

Wie wir später erfahren, ist Burnham bei den Vulkaniern aufgewachsen. Und während sie bei Georgiou immerhin gelernt hat, dass die Sternenflotte immer "in Frieden" kommt, hat sie bei den Vulkaniern offenbar gelernt, durch den reinen Anblick von Wolken auf die Sekunde genau abzuschätzen, wann ein Sturm eintrifft. (Gut, es kann sein, dass sie damit einen Witz gemacht hat, aber das hätte irgendwer - vielleicht so ein ahnungsloser Wicht wie der Regisseur - den Darstellerinnen sagen sollen, damit sie das irgendwie in ihr Schauspiel für den Zuschauer nachvollziehbar hätten einbauen können. Aber wahrscheinlich konnten weder Schauspielerinnen noch Regisseur diesem Drehbuch irgendeinen Sinn abgewinnen, also hat man die Sätze einfach runtergedreht.)

Dann sagt Burnham, man habe sich also nicht verlaufen, und "der Karte nach" liege "der Brunnen" in einer bestimmten Richtung.

Commander Burnham hat eine Karte???

Und warum blickt man dann nicht zu zweit auf diese Karte? Warum tut Captain Georgiou so, als wisse sie mehr als Commander Burnham?

An diesem Punkt angekommen konnte ich mir als Zuschauer die Szene nur so erklären, dass es sich hierbei um eine Art Test handelt. So eine Art Adventure-Spiel-Test für Offiziere, und Captain Georgiou weiß alles, während Burnham herausfinden muss, was zu tun ist. Alles andere ergab für mich hier keinerlei Sinn. (Und tat es dann ja danach auch nicht.)

Ja, ich weiß, ich spreche hier immer noch nur über die ersten Minuten

Der Dialog geht aber weiter:

Burnham: "Die Dürre wird 980 Jahre andauern. Dadurch sind die Crepusculaner vom Aussterben bedroht. Sehen Sie diese Eierbeutel? Darin wächst der Nachwuchs heran."
Georgiou: "Sie haben hier seit über 1000 Jahren überlebt, Michael."
Burnham: "Ja, aber wenn wir jetzt nichts unternehmen, werden sie keine 1000 Stunden mehr überleben. Hm. Ein Meteoriteneinschlag hat so viel Strahlung freigesetzt, dass ein Großteil des Grundwassers verdampft ist. Wenn wir helfen können, ohne Kontakt herzustellen, verstoßen wir nicht gegen die oberste Direktive. Und da ist der Brunnen auch schon."
Georgiou: "Da hatte ich wohl Unrecht."
Burnham: "Oh, ihr Kleingläubigen."
Georgiou: "Ich hab nie gezweifelt. Wie viel Energie ist nötig, um das Gestein zu durchdringen?"
Burnham: "0,7 Impuls bei Stufe 13,5."

In diesem Dialog befinden sich jede Menge Informationen, die hier schlicht und ergreifend nicht hingehören. Diese Informationen gehören in einen Logbuch-Eintrag.

Die Logbuch-Einträge von "Star Trek" waren immer eine extrem effiziente und elegante Methode, dem Zuschauer mitzuteilen, was er wissen muss. Einfach, weil die Figuren der Serie in der Regel lange vorher wissen, weshalb sie einen bestimmten Planeten aufsuchen. Sie teilen es sich nicht erst gegenseitig mit, wenn sie sich bereits auf dem Planeten befinden.

Denn wie soll ich mir dieses Szenario vorstellen?

Dass eine lange Dürre droht und dass die Crepusculaner vom Aussterben bedroht sind, müssen doch beide Figuren zu diesem Zeitpunkt längst wissen. Denn das war ja zweifellos der Grund, weshalb man überhaupt gemeinsam zu dem Brunnen aufgebrochen ist. Es gibt keinen Grund für Burnham, dies kurz vor dem Ziel noch einmal zusammenzufassen.

Auch dass die Eierbeutel nicht nur Dekoration des Alien-Osterhasen sind, dürfte Captain Georgiou zu diesem Zeitpunkt klar sein. Und was die Ursache des Problems war, nämlich der Meteoriteneinschlag, kann ihr doch auch bislang unmöglich als Information gefehlt haben.

Oder soll es wirklich so gewesen sein, dass Commander Burnham die gute Captain Georgiou über gar nichts informiert hat? Ist Georgiou zusammen mit Burnham aufgebrochen, so nach dem Motto: "Kommen Sie mal mit mir mit, weshalb, das verrate ich Ihnen später!"

Wer jetzt sagt "ja, könnte doch so gewesen sein", den muss ich leider enttäuschen! Denn als die beiden den Brunnen erreichen, fragt Captain Georgiou sehr konkret, wie viel Energie nötig ist, um das Gestein im Brunnen zu durchdringen. Dabei zückt sie bereits ihre Waffe. Sie weiß also ganz genau, was der Plan ist, sonst hätte sie sich nämlich auch das erklären lassen müssen. Aber sie wusste die ganze Zeit über, dass man einen Brunnen sucht, in den man mit einem Phaser hineinschießen muss, um irgendwie das Wasserversorgungsproblem des Planeten zu lösen. Daher braucht Georgiou von Burnham nur noch die Information, auf welche Stufe sie ihren Sternenflotten-Thermomix einstellen muss, um das Gestein zu durchdringen.

Immerhin, die Werte errät Burnham diesmal nicht durch einen Blick in die Luft, sie liest die Werte von einem Scanner ab. Das ist ja fast schon sowas wie Glaubwürdigkeit.

Captain Georgiou schießt dann drei Mal in den Brunnen, ohne dass erklärt wird, woher sie weiß, dass dreimaliges Schießen zum Erfolg führt und nicht zu viel oder zu wenig ist.

Und jetzt wird es wirklich blöd. Und ich meine, wirklich blöd!!!

Aus dem Brunnen sprudelt Wasser wie aus einer Ölquelle hervor (ein interessanter Brunnen, aber gut), und beide gucken recht zufrieden aus der Wäsche. Es war also das, worauf es ankam.

Georgiou: "Georgiou an Shenzhou. Zwei zum Hochbeamen."
 (es kommt keine Antwort)
Burnham: "Der Sturm zieht schneller auf, als ich dachte. Es wird schwer für das Schiff, unsere Signaturen zu erfassen. Wenn wir Lieutenant Saru nicht kontaktieren können, sind wir hier gefangen, bis der Sturm vorbeizieht."
Georgiou: "Gehen wir spazieren."
(Die beiden gehen los.)
Georgiou: "Folgen Sie meiner Spur Michael. In gerader Linie."
Burnham: "Wozu? Captain, wohin gehen wir?"
Georgiou: "Nun müssen Sie mir vertrauen, Nummer Eins."
Burnham: "Dann sind wir wirklich verloren. - Wir sind mit bloßen Auge nicht zu erkennen, und ohne einen Stern können wir keinen Kurs setzen. Ist es klug, sich von der Siedlung zu entfernen?" 
Georgiou: "Es ist kaum zu glauben. Sie dienen unter mir schon seit über sieben Jahren. Ich finde, es wird langsam Zeit, dass wir über ein eigenes Kommando für Sie nachdenken."
Burnham: "Das weiß ich zu schätzen, Captain. Allerdings wüsste ich das noch mehr zu schätzen, wenn es eine Chance gäbe, auf das Schiff zurückzukehren."
Georgiou: "Gehen Sie einfach weiter, Michael. Was würden Sie tun, wenn Sie für 98 Jahre hier festsitzen würden?"
Burnham: "Was gar nicht so unwahrscheinlich ist, wenn wir hier nicht in der Wüste sterben."
Georgiou: "Mal angenommen, Sie überleben."
Burnham: "Als Xenoanthropologin könnte ich mich den Ureinwohnern zu erkennen geben. Ihre Kultur kennenlernen. Mich anpassen. Soweit es möglich ist. Und Sie Captain? Was würden Sie in den 98 Jahren hier machen?"
Georgiou: "Ich würde ganz einfach von hier fliehen!"
Burnham: "Das sind unsere Spuren. Sie haben uns im Kreis geführt."
Georgiou: "Nicht unbedingt im Kreis." 
Die Shenzhou erscheint am Himmel, aus unerfindlichen Gründen spielt dabei die Musik, die bisher ausnahmslos bei der Enterprise zu hören war. Ich gehe aber schlicht davon aus, dass die Macher dies eben nicht für die Musik der Enterprise, sondern für die Musik von "Star Trek" halten.
Burnham: "Wie haben die uns gefunden?"
Georgiou: "Durch einen Stern."
Daraufhin beamen beide hoch. Man sieht, dass die beiden im Sand die Form des Sternenflottensymbols gelaufen sind.

Zunächst einmal: Die beiden sind also auf den Planeten gebeamt und hatten eine Karte von dem Brunnen, den sie suchten.

Warum also in aller Welt haben sie sich nicht direkt zum Brunnen beamen lassen? Wer jetzt sagt: Ja, das Beamen geht ja nicht, dem muss ich widersprechen. Das Beamen klappt wegen des Sturms nicht, der Sturm wurde aber erst in den letzten Minuten schlimmer. Und daher ist Georgiou ja auch überrascht, als sie keinen Kontakt zur Shenzhou herstellen kann.

Nachdem das Beamen also nicht mehr klappt, laufen beide los, wobei Georgiou nicht verraten will, was ihr Plan ist. Daraufhin sagt Burnham etwas besonders Seltsames: "Wir sind mit bloßen Auge nicht zu erkennen, und ohne einen Stern können wir keinen Kurs setzen." Der Satz ist so idiotisch, dass ich zunächst von einem Übersetzungsblödsinn ausging. Zu Unrecht, der Satz kommt exakt so im Original vor.

Wer will hier bitte wen mit bloßem Auge erkennen? Die Shenzhou? Guckt man dort für gewöhnlich mit "bloßem Auge" auf die Oberfläche runter, bevor man Leute versucht, hochzubeamen?

Dann meint Burnham, man könne "ohne Stern" keinen Kurs setzen. Hat sie nicht ihren ach so nützlichen Scanner? Ist der aufgrund des Sturms gleich vollkommen wirkungslos geworden? Als Antwort erwidert Georgiou aber nur, dass sie möchte, dass Burnham ihr eigenes Kommando erhält. Gefolgt von der Frage, was Burnham tun würde, wenn sie 98 Jahre auf dem Planeten festsitzen würde.

Wieso in aller Welt würde bitte irgendwer der beiden 98 Jahre auf dem Planeten festsitzen? Würde die Shenzhou nach dem erfolglosen Beamen einfach wieder verschwinden? Würde man nicht ein Shuttle losschicken? Einen Suchtrupp? Immerhin muss denen ja ungefähr bekannt sein, wo sich die beiden befinden.

Burnham meint dann, dass sie sich in diesem Fall als Xenoanthropologin den Einwohnern zu erkennen geben würde.

Ach was! Als Xenoanthropologin darf man das? Sagte sie nicht nur wenige Sätze zuvor, dass eine Kontaktaufnahme ein Verstoß gegen die oberste Direktive wäre. Ja, was denn nun?

Ergibt irgendetwas in diesem Dialog irgendeinen Sinn?

Plötzlich stößt man auf die eigenen Fußspuren. Das hat folgenden Grund: Captain Georgiou war im Sand die Kontur des Sternenflottensymbols gelaufen.

Sollen wir also annehmen, dass Fräulein Superschlau mit dem männlichen Vornamen den ganzen Weg über nicht gemerkt hat, dass man eine bestimmte Kontur gelaufen ist?

Und just erscheint auch schon die Shenzhou am Himmel, denn wie sich herausstellt, konnte man also vom Orbit aus nicht Georgiou und Burnham erkennen, wohl aber eine Fußspur im Sand.

Diese Fußspur hat also die Shenzhou durch die dicke Wolkendecke hindurch vom Orbit aus sehen können, nicht aber die beiden Offiziere!!!

Es ist eine auch ansonsten beeindruckende Fußspur, hält sie doch dem heftigen Sturm vollkommen stand und wird nicht etwa wieder verweht! Normalerweise würde man meinen, dass Fußspuren im Sand das erste sind, das einem Sandsturm zum Opfer fällt.

Ehrlich gesagt, das ist ein Niveau, bei dem ich es noch nicht einmal fertig brächte, einem zehnjährigen Fan-Story-Autor irgendetwas Wohlwollendes zu sagen.

So viel Blödsinn auf einem Haufen ist schlichtweg jenseits von Gut und Böse.

Völlig sinnfrei waren auch die Sequenzen, in denen man sah, wie einige Crepusculaner herumlaufen. Diese dienten weder irgendeiner Spannung, noch hatten sie irgendeine irgendwie geartete Konsequenz. Sie wirkten eher wie ein: "Da brauchen wir noch ein paar CGI-Aliens, damit es nach irgendwas aussieht."

Nur Personen, die mit Science Fiction und "Star Trek" rein gar nichts am Hut haben (mit anderen Worten die Leute in der CBS-Chefabteilung), können einen solchen stümperhaften Unfug, der unzählige Millionen kostet und der immerhin das Flaggschiff für einen neuen Streaming-Dienst werden soll, durchwinken.

Aber als Trekker muss man doch aufgeschlossen und tolerant sein

Man mag es mir verübeln, wenn ich nach den offenbar strahlungsverseuchten Mutations-Klingonen zu Beginn und nach diesem geballten Schwachsinn als Einleitungssequenz, nicht gerade positiv gestimmt war, was den Rest der Episode anging.

Spätestens jetzt wird man als Trekker meist belehrt, dass man als Fan von "Star Trek" doch aufgeschlossen und tolerant sein sollte.

Das ist natürlich purer Schwachsinn.

Meine Aufgeschlossen- und Offenheit hebe ich mir für meine Mitmenschen auf. Das hier ist jedoch ein kommerzielles Produkt. Ich muss hier genauso wenig "aufgeschlossen" sein wie beim iPhone X oder bei der XBox One X. Ich kann diese Produkte auch ungeprüft und ohne längere Testphase als für mich uninteressant und wertlos erachten.

Goldig finde ich auch die permanenten Belehrungen, "Star Trek" müsse eben mit der Zeit gehen, und man müsse akzeptieren, dass "Star Trek" eben nicht mehr so aussehen könne wie zu Kirks Zeiten.

Es ist spaßig, was ich alles "muss".

Offenbar muss man vor allem Dinge einsehen, die man gar nie gefordert hat.

Ich will mich hier übrigens gar nicht verteidigen. Jeder kann gerne der Meinung sein, dass ich hier wenige Sätze überbewerte und dass ich der Serie ohnehin nie eine Chance geben wollte.

Allein fürs Protokoll möchte ich jedoch ohne Rechfertigungsansatz feststellen: Ich bin bei dieser Serie bis zum Beginn der dritten Folge gekommen. Und das ausnahmslos NUR deswegen, weil diese Serie die Wörter "Star Trek" im Titel trägt.

Ohne den "Star Trek"-Bonus wäre ich bei diesem stümperhaften Unsinn eindeutig nicht über den faden Vorspann hinausgekommen.

Und das liegt nicht daran, dass ich keine dunkle Science Fiction mag. (Das Remake von "Battlestar Galactica" hat mich von Anfang an gepackt, dieser Serie blieb ich bis zum Ende treu.)

Es liegt daran, dass alles, was ich bislang von "Star Trek: Discovery" sah, grottenschlecht war. Und dass ich die Nase voll habe, mir immer wieder bodenlos schlechtes "Star Trek" vorsetzen zu lassen.

Der Rest

Wie schon gesagt: Ich habe mir die ersten zwei Folgen dann noch zu Ende angesehen.

Ich sah viele dunkle Kulissen, bei denen dennoch ständig Lense-Flares aufblitzen. Manchmal glaubte ich auch, ich sei in einem Albtraum gefangen, der von Scarecrow aus dem Batman-Universum erzeugt wurde, denn warum war die Kamera immer so schief wie bei der 1960-er "Batman"-Serie?

Der Rest der Episode war nicht besser. Es wurde unentwegt behauptet, Michael Burnham (blöder Name übrigens, zu Beginn habe ich immer Berman verstanden) sei so unglaublich genial, ohne dass man diese Genialität auch nur ein einziges Mal als Zuschauer erleben durfte.

Einen noch krasseren Verstoß gegen die "Show, don’t tell"-Regel habe ich wirklich in noch keiner einzigen Serie erlebt.

Ich habe dann noch erfahren, dass Michael Burnham von Spocks Vater Sarek ganz erstaunliche Sachen beigebracht bekommen hat.

Michael Burnham kann also Wolken auf die Sekunde genau fehleinschätzen, kann mit Sarek über Lichtjahre hinweg per Telepathie kommunizieren, beherrscht den Nackengriff und darüber hinaus wahrscheinlich noch die Fünf-Punkte-Pressur-Herzexplosions-Technik.

"Genial" ist sie deswegen noch nicht.

Oder soll es "genial" sein, dass Burnham unbedingt auf die Klingonen feuern will, weswegen sie vor Genialität strotzend sogar meutert? Ist es genial von ihr, dass sie nach einem Angriff der Klingonen, eingesperrt von einem Schutzfeld, einen Computer, der wohl beim sprechenden Toaster von "Red Dwarf" in die Lehre gegangen ist, davon überzeugen muss, dass es unethisch wäre, wenn er sie ersticken lässt?

Ist es genial von ihr, dass sie einen erstaunlich winzigen Mini-Torpedo in einer klingonischen Leiche verstecken will, da die Klingonen in diesem angeblichen Nicht-Reboot ein vollkommen neues Interesse an Leichen entwickelt haben? Und das, obwohl sie unbedingt den Klingonen T'Kuvma (klingt der Name nicht eher vulkanisch?) lebend gefangen nehmen will.

Nachdem sie wegen der lebenden Gefangennahme von T'Kuvma lange auf Captain Georgiou eingeredet hat, erschießt sie dann übrigens vor Genialität strotzend den Klingonen aus Wut.

Into Darkness und ein paar Bier zu viel … oder noch immer zu wenig 

Ich habe dann noch die dritte Folge von "Star Trek: Discovery" begonnen, und mir davor ein paar Bier reingezogen. Ich dachte, ein paar Bier könnten nicht schaden. Das war wohl irgendwie eine Fehleinschätzung. Oder goldrichtig, wie man es nimmt.

Ich gebe nämlich zu, dass ich dabei nach zehn Minuten eingeschlafen bin.

Ich erinnere mich noch, dass diese Sternenflottenoffiziere mit Sätzen wie "Die Sternenflotte will, dass wir auch die Tiere füttern." oder "Wie ich sehe laden wir heute wieder allen möglichen Müll aus." um sich warfen. Mit anderen Worten: Gegen diese Offiziere wirken die Marines aus dem zweiten "Alien"-Film wie Philosophie-Professoren.

Das scheint übrigens ein merkwürdiges Phänomen zu sein: Immer, wenn "Star Trek" "dunkler" gemacht werden soll, schießt man vollkommen übers Ziel hinaus. Die Maquis waren nicht etwa nur rebellierende Sternenflottenoffiziere, nein, bei denen galt das Faustrecht, wie Chakotay in einer Voyager-Episode darlegte. Genau dann aber kann ich diese Maquis nicht mehr ernst nehmen.

Picard musste ja gleich zum halbwahnsinnigen Ahab mutieren, als er im Kino mit den Borg konfrontiert wurde. Borg-Trauma hin oder her, das war Picard im permanenten Ausnahmezustand, der mit der Serie nicht in Einklang zu bringen war.

Und jetzt macht man aus Sternenflotten-Offizieren Figuren, die in einem "Alien"-Film als komplette Vollidioten negativ herausragen würden.

Respektlos

Machen wir uns nichts vor. Alex Kurtzman hält uns Fans für absolute Vollidioten.

Er glaubt, wir würden sofort in unkontrolliertes Jubeln ausbrechen, wenn sich Cumberbatch im zweiten "Star Trek"-Reboot-Streifen als Khan zu erkennen gibt. Er glaubt, dass wir voll darauf abfahren, wenn Klingonen minutenlang klingonisch reden. Und er glaubt, dass all diese Elemente reichen, damit wir doch immer wieder begeistert einschalten und uns dann in Foren darüber die Köpfe heiß reden.

"Star Trek" steht und fällt mir seinen Figuren. Wer in einen "Star Trek"-Film geht, der will Kirk und Spock sehen. Oder er will Picard und die anderen sehen. Und zwar, weil diese Figuren ihn begeistert haben. Weil es Figuren waren, deren Einzigartigkeit nicht nur Behauptung blieb, sondern gezeigt wurde. Daher war man bereit, diesen Figuren immer und immer wieder - über hunderte Folgen hinweg - in spannende Abenteuer zu folgen.

Die Autoren von damals hatten Respekt gegenüber diesen Figuren, und daher hatten wir es auch als Zuschauer.

Das hier aber verdient meinen Respekt nicht. Einfach deshalb, weil die Macher dieser Serie keinen Respekt haben. Weder vor ihren Zuschauern, noch vor ihren eigenen Figuren.

Modernes Star Trek

Der zweite "Star Trek"-Reboot-Filmtitel "Into Darkness" war offenbar mehr als nur ein Filmtitel. Er war ein Omen, wohin es mit "Star Trek" gehen soll. Nämlich in stockfinstere Dunkelheit.

Selbst Gerichtsverhandlungen sind jetzt also in der Dunkelkammer. Aus stilistischen Gründen, versteht sich. Denn das ist ja spätestens seit J.J. Abrams das neue Motto für "Star Trek": "Style over Substance". Und ich als Trekker habe dann gefälligst einzusehen, dass diese Substanzlosigkeit in der heutigen Zeit alternativlos ist.

Ich aber glaube: Ja! Es kann sehr wohl modernes "Star Trek" geben, das Substanz hat. Und nein, dieses "Star Trek" muss nicht zwangsläufig so "retro" sein, wie es Seth MacFarlane aktuell so großartig und wundervoll mit der Serie "The Orville" hinbekommt. (Diese Serie wird hier noch besprochen.)

Warum kein "Game of Trek"? Mit verschiedenen Schauplätzen und Völkern. Da hätte sich sogar ein Prequel angeboten, denn in einem solchen hätte man zum Beispiel erklären können, was aus den Andorianern geworden ist und weshalb man sie im 24. Jahrhundert nicht mehr zu sehen bekam.

Aber gerade dafür braucht es starke Figuren.

Auch wenn es niemand ohne längeres Nachdenken glauben mag: Die Serie "Game of Thrones" und "Star Trek: The Next Generation" haben mehr Gemeinsamkeiten als "Game of Thrones" und dieses angeblich so moderne "Star Trek: Discovery". Denn die meisten Figuren aus "Game of Thrones" verhalten sich eher so, als seien sie bei Picard in die Schule gegangen. Daher gibt es in "Game of Thrones" extrem viele lange und sehr gute Dialogszenen. Und genau die bringen dann die wiederum genial inszenierten Action-Szenen erst so richtig zur Geltung. Weil man dann in diesen Schlachten mit den Figuren mitfiebert.

Alle loben immer den "Next Generation"-Zweiteiler "Best of Both Worlds" und sagen, so hätte die "Next Generation" von Anfang an sein sollen. Natürlich wäre "The Best of Both Worlds" ein besserer Pilotfilm gewesen als "Encounter at Farpoint". Aber seine massive Wirkung konnte "The Best of Both Worlds" erst entfalten, nachdem die Autoren drei Staffeln zuvor die Figuren aufgebaut hatten.

Was ich mir wünsche

Eine andere Frage ist aber: Will ich überhaupt modernes "Star Trek"? Will ich ein "anderes" "Star Trek"?

Seit dem Ende von "Star Trek: The Next Generation" versucht "Star Trek" ständig verzweifelt, irgendeinem Zeitgeist hinterherzulaufen. So als hätten die Borg gesiegt und "Star Trek" nun gezwungen, sich assimilieren zu lassen.

Ich aber habe die Nase voll von all dem "Star Trek", das ganz anders sein will und sich dabei ganz toll vorkommt.

Witzigerweise hat mir ausgerechnet "The Orville" klargemacht, wie sehr ich dieses klassische "Star Trek" vermisst habe. Wie sehr ich es vermisst habe, ein Schiff zu erleben, auf dem ich ebenfalls sein möchte. Wie ich es vermisst habe, Figuren zu erleben, die ich mag. Wie extrem ich es vermisst habe, eine Serie zu erleben, die mir Woche für Woche immer wieder etwas völlig Neues liefert, und nicht das stets gleiche.

Ja, von mir aus kann sich "Star Trek" weiter modernisieren, wenn es dabei wirklich gut ist. Aber wirklich wünschen würde ich mir ein "Star Trek", das wieder so ist wie das "Star Trek", das mich überhaupt erst zum Fan gemacht hat.

Wie gesagt: Vielleicht hätte mich ein modernes "Star Trek" überzeugen können, wenn es wirklich gut gemacht wäre. Man stelle sich vor, "Star Trek: Discovery" wäre ähnlich großartig wie "Game of Thrones". Mit fesselnden Figuren und echter Spannung. Vielleicht hätte ich dann gesagt: Ja, so muss modernes "Star Trek" sein.

Aber genau das ist bei "Star Trek: Discovery" eben nicht der Fall.

"Star Trek: Discovery" hat eindrucksvolle Effekte, die dennoch phantasielos wirken. Die Serie hat miserable Drehbücher und zieht seinen Unterhaltungswert nur aus den gelegentlichen Schauwerten der Action, nicht aus dem Interesse am Schicksal der Figuren.

Ich will nicht ausschließen, ob ich nicht doch irgendwann noch die fehlenden Episoden von "Star Trek: Discovery" nachholen werde. Aber ich gebe zu: Die Serie ist für mich ein Ärgernis. Ein Ärgernis, weil erneut eine Chance vertan wurde, wirklich gutes "Star Trek" zu machen.

Daher glaube ich im Moment tatsächlich auch nicht, dass es überhaupt sinnvoll wäre, die Serie weiter zu verfolgen. Das ganze reicht leider noch nicht einmal für einen leidenschaftlichen "Hate-Watch", worüber ich mich Woche für Woche auslassen könnte.

Im Moment erfreue ich mich eher an "The Orville", zu dem ich hier bald etwas schreiben werde.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Vorbereitung auf "Twin Peaks"

In wenigen Wochen geht es mit "Twin Peaks" weiter. Und ich werde die neuen Folgen ausführlich besprechen. Zur Vorbereitung gibt es das hier.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Bio-Öl im Benzin, Mineralöl im Veggie-Food

Der "Veggie-Boom lässt nach" heißt es auf Spiegel-Online. Schuld seien die mangelhaften "Ersatz-Produkte", also Lebensmittel, die versuchen, Wurst oder Fleisch zu imitieren. Doch dann lese ich in besagtem Spiegel-Artikel, dass allerlei Tests immer wieder eine "überraschend hohe Belastung" mit Mineralölbestandteilen in den Veggie-Produkten gefunden hätten. Und ich denke: Was? Wieso ist denn da Mineralöl im Veggie-Essen? Soll es etwa als "vegane" Alternative zu tierischen Fetten dienen oder was? Natürlich geht der Artikel da nicht groß darauf ein, da muss man schon ein wenig nachforschen. Und die Antwort ist ganz simpel: Es liegt an Verpackungen, die aus Recycling-Papier hergestellt wurden. Der gefährliche Stoff steckt in der Druckfarbe des Ausgangspapiers, und der ist offenbar hoch aggressiv. Natürlich wird für die meist "öko-bewusste" Zielgruppe der Veggie-Esser gerne Recycling-Verpackung genommen. Nachdem sich das mit dem Öl-Rückständen allerdings rumgesprochen hat, wird für Verpackung in der Regel kein Recycling-Material mehr verwendet. Zwar ist unklar, ob dieses Öl überhaupt negative Auswirkungen auf den Körper hat, aber zumindest hat es negative Auswirkungen auf Testergebnisse. Nur ist dieses Zeug wohl so aggressiv, dass es auch von benachbarten Verpackungen oder aus Transportverpackungen stammen kann. Das wandert dann sowohl durch Papphüllen wie auch durch Folienverpackungen. Es hat aber nichts damit zu tun, dass ein Produkt ein "Veggie-Produkt" ist. Das Zeug fand sich auch schon in der Schokolade Weihnachtskalendern und Bio-Müsli.

Dienstag, 1. November 2016

Jetzt schlägt's 31

Als Horrorfan hatte man es nie leicht, aber zurzeit hat man die Wahl zwischen weichgespültem Mainstream und den härteren Sachen, die sich entweder "Texas Chainsaw Massacre" oder "Tanz der Teufel" zum Vorbild nehmen. Rob Zombie war daher immer so eine kleine Hoffnung, ein Regisseur mit seinem eigenen Stil, der es versteht, Spannung zu erzeugen. Leider enttäuscht sein neuester Film "31". Das ist schade. Es wäre an der Zeit gewesen, dass wieder einmal jemand die langweilige Belangslosigkeit des Genres durchbricht

Donnerstag, 11. August 2016

Beyond ... ja was eigentlich?

Zu Beginn von "Star Trek: Beyond" hat Kirk bereits von seiner Fünf-Jahres-Mission genug, zu sehr steckt er in der Alltagsroutine fest. Und Spock stellt nach zweieinhalb Jahre langem Nachdenken fest, dass er wohl doch besser beim Wiederaufbau der vulkanischen Welt helfen sollte.


Am Ende des Films findet Spock dann ein Bild des alten Spocks mit der Classic-Crew. Schon im ersten Film der "Kelvin-Zeitlinie" sagte der alte Spock zu seinem jüngeren Ich, er möge sich doch unbedingt mit Kirk befreunden. Hier kommt die Botschaft über ein Bild. Das ist so witzlos wie billig. Genauso hätte in "Smallville" das ältere Ich von Lex Luthor in die Vergangenheit reisen und seinem jüngeren Ich sagen können, er möge sich doch mit Clark Kent verfeinden, weil das eben so sein muss.

Und Kirk erkennt nach vielen toten Crewmitgliedern und einer geschrotteten Enterprise, dass das Arbeiten im All offenbar doch nicht so langweilig ist. Oder er glaubt, der Posten des Captains sei zwar langweilig, der ihm angebotene Posten des Vize-Admirals aber offenbar noch langweiliger. Also bleibt er Captain. Und wahrscheinlich halten die Autoren das auch noch für einen gelungenen "Charakter-Arc".

So absurd und sinnlos derartige "Entwicklungen" sind, lassen sie doch tief blicken. Die Figuren stellen genau die richtigen Fragen, nämlich: Warum den eigenen Vorbildern nacheifern? Was soll dabei herauskommen?

Herausgekommen ist jedenfalls ein Film, der zeigt, dass die Kelvin-Zeitlinie am Ende ist, bevor sie überhaupt begonnen hat. Und es zeigt: "Star Trek" funktioniert nur, wenn es nach vorne sieht, nicht, wenn es dauernd zurückblickt und seine eigenen Figuren und sein Universum auf Zitate reduziert, die mehr und mehr phrasenhaft wirken.

Besonders ärgerlich wird es, wenn das langweilige Herumwandern auf einem einfallslosen Planeten dann auch noch als "Hommage" an die Classic-Serie gesehen wird. Wer das behauptet, der hat nie die Magie erfahren, die von der Classic-Serie ausging. Nein, so wenig wie Luke Skywalker eben nur auf Wüstensand herummarschierte, tat man das in der Classic-Serie.

In diesem Universum gibt es nichts mehr zu entdecken. Nur noch die selbstverliebte Nabelschau, die so manchem Fan vielleicht ein Überlegenheitsgefühl gibt, weil er Anspielungen erkennt, die anderen entgehen. Der Planet, auf dem die Crew notlandet, beherbergt nichts außer einem Bösewicht, der so einfallslos ist wie viele vor ihm in den "Star Trek"-Filmen. Das ist zu wenig, um noch irgendeine Daseinsberechtigung zu haben. Da wird auch der angeblich so anspruchslose Mainstream-Kinogänger, der ja angeblich nur auf Action und Lärm aus ist, nicht auf seine Kosten kommen.

Den ersten "Star Trek"-Film der "Kelvin-Zeitlinie" empfand ich als Ärgernis. Der zweiten als absurden Blödsinn. Den hier aber finde ich zum Gähnen langweilig.

Dienstag, 2. August 2016

Remake von "Der Mann aus dem Meer"

Raffiniert, raffiniert.

Da gab es einst eine Serie, die hieß "Der Mann aus dem Meer", oder auch "Der Mann aus Atlantis", mit Patrick Duffy in der Titelrolle.

Ich vermute, Disney wollte ein Remake davon machen, bekam aber die Filmrecht nicht. Was also tun?

Ganz einfach: Man behauptet einfach, man plane ein Remake von "Splash - Eine Jungfrau am Haken", und man habe dafür, wie es ja seit "Ghostbusters 2016" üblich ist, die Geschlechterrollen vertauscht.

Der Film "Splash - Eine Jungfrau am Haken" ist für diese Ausrede allein deshalb perfekt, weil damals schon das Original keiner sehen wollte. Shitstorms dürften also ausbleiben.

Channing Tatum ist angeblich die "Meerjungfrau". Nur halt eher als "Meermann", und dann wohl wahrscheinlich auch noch ohne Fischschwanz - wie eben einst beim "Mann aus Atlantis".


Marketing braucht Disney auch keines mehr, das besorgt dann das Internet mit Schlagzeilen wie "Is Channing Tatum Ready to Play a Mermaid?" Tja, die Frage ist absolut berechtigt: Hat Channing Tatum genug Erfahrung, um diesen großen Sprung zu machen und die anspruchsvolle Rolle mit der Beschreibung "Mann in Badehose" zu verkörpern? Ist er bereit dafür? Auch bei Disney wird man sicher lange gegrübelt haben, ob man diesen komplexen Part nicht doch lieber einem erfahrenerem Schauspieler wie William Shatner oder Harrison Ford geben sollte.

Samstag, 23. Juli 2016

Vorbereitung auf den "Star Trek"-Film


Es ist soweit. Ein neuer "Star Trek"-Film ist angelaufen, und ich werde ihn mir heute ansehen.

Seit dem ersten "Next Generation"-Film benimmt sich "Star Trek" im Kino wie der kleine Nerd, der unbedingt cool sein möchte, um sich bei den "angesagten" Kids einzuschleimen.

Es ist kein Trend, der mit den "Abrams-Filmen" und der neuen Zeitlinie begann. Er begann mit den "Next Generation"-Filmen. Erst erhielt Data seinen "Emotions-Chip", dann zogen die anderen nach. Sie wurden jünger, rebellischer, actionreicher. Picard hangelt sich im Muscle-Shirt an Seilen herum, und ständig wurde Befehle missachtet. Das war so dämlich wie bei Martin aus "Die Simpsons", der glaubt, er sei cool, wenn er eine Sonnenbrille trägt und die Schule schwänzt.