Donnerstag, 13. Juni 2019

Dumm, Dümmer, For All Mankind



Apple will ja mit Apple Plus einen weiteren Streaming-Dienst auf die Menschheit loslassen.

Natürlich gibt es auch dort exklusive Serien, die nach dem Prinzip außen Hui, innen Pfui Qualitätsfernsehen vorgaukeln sollen.

Dass man dabei aber NOCH schwachsinniger sein würde als die übliche Idiotie von Apple-Events, das überrascht mich dann doch.

Ich spreche von der Serie "For All Mankind", die uns im Trailer die betretenen Gesichter amerikanischer Bürger zeigt. Denn: In dieser "Parallelwelt" ist es "den Russen" gelungen, als erster den Mond zu erreichen.

Doch im Zuge dieser Niederlage erwachen dann erst so richtig die Wettbewerbskräfte, an die man bei Apple ja sektenhaft glaubt.

Das ist, man muss es so klar sagen, reiner Bullshit.

Von der mehr als fragwürdigen Romantisierung des Kalten Krieges mal abgesehen: Der Mythos, der "Wettbewerb" des Kalten Krieges hätte die Raumfahrt vorangebracht, und das Ende dieses "Wettbewerbs" hätte ihm geschadet, ist so unausrottbar wie falsch. Vielmehr führte dieser kindische Wettkampf dazu, dass sinnvolle Überlegungen, die Raumfahrt auf wirtschaftlich stemmbare Füße zu stellen, keine Rolle mehr spielten.

Das Ergebnis: Aus einer wissenschaftlichen Angelegenheit wurde ein kostspieliges Medien-Event. Nicht die wissenschaftliche Forschung bestimmte die nächsten Schritte, sondern das, was sich medienwirksam vermarkten ließ. Die Raumfahrt war plötzlich von TV-Quoten abhängig. Als die Quoten sanken, wurden die Weltraumflüge wie eine floppende TV-Serie gecancelt.

Dennoch hält sich unerschütterlich der Glaube an den "Wettbewerb", der ja angeblich die Wirtschaft, und darüber hinaus auch noch die Wissenschaft voranbringt.

Dabei entsteht Wissen schon seit etlichen Jahrzehnten längst durch globale Forschung. Die fotografische Aufnahme eines Schwarzen Lochs war ja so ein länderübergreifendes Gemeinschaftsprojekt, das erst vor kurzem Geschichte geschrieben hat.

Nahezu alle wissenschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte (Digitaltechnik, Internet usw.) basieren auf Wissen, das im Rahmen von länderübergreifender Forschung entstanden ist.

Man stelle sich vor, eine Parallelwelt-Serie würde zeigen, wie weit die Raumfahrt OHNE Kalten Krieg gekommen wäre! Eine Serie, bei der Russland und die USA zusammen versuchen, ins All vorzudringen, indem sie ihr Wissen untereinander austauschen.

Aber so eine Idee passt natürlich nicht zur dümmlichen Apple-Ideologie von den großen Segnungen des "Wettbewerbs", die man ja bei jedem Apple-Event neu bestaunen kann.

Im Film- und Serien-Bereich gibt es "blöd" und "ärgerlich blöd". Der Trailer zu "For All Mankind" fällt für mich in die Kategorie "ärgerlich blöd".

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