Freitag, 12. Juni 2009

Drag Me To Hell


Sam Raimi kehrt zu seinen Wurzeln zurück, hieß es mehrfach, und zwar mit einem klassischen Horrorfilm mit einer klassischen Geschichte, in der eine moderne junge Frau von einer Zigeunerin verflucht wird. Seitdem verfolgt sie ein Dämon, der sie in drei Tagen zu sich in die Hölle holen wird.

Der Film beginnt wunderbar nostalgisch. Dafür hat man sogar ein altes Univeral-Logo benutzt. In der herrlichen Anfangssequenz versucht eine medial begabte Frau die Seele eines mexikanischen Jungen zu retten, der von Zigeunern eine Silberkette gestohlen hat. Allein dieser Anfang macht Laune, und man weiß schon jetzt: Hier sitzt man im richtigen Film.

Leider verliert "Drag Me To Hell" danach ein wenig an Drive.

Charmant an dem Film ist, dass er seine Charaktere ein wenig mehr ausschmückt, als es bislang bei Gruselstreifen von Sam Raimi üblich war. Die Figuren erhalten dadurch eine charakterliche Dimension. Christine Braun (Alison Lohman) ist eine junge Frau, einst ein dickes Mädchen vom Land, die viele Gegner hat. Einen hinterhältigen Arbeitskollegen, einen Chef mit Vorurteilen und einen reichen Freund, dessen Eltern doch lieber eine erfolgreiche Rechtsanwältin als Partnerin für ihren Sohn sähen. Und nun wird sich auch noch von einem Dämon verfolgt. Das erzeugt Sympathien, und man fiebert mit Christine richtig mit.

Ein Problem des Film ist jedoch der Lamia-Dämon, der Christine verfolgt, angeblich der schlimmste Dämon überhaupt. Spätestens da muss man sagen: Lamia, geh doch bitte noch mal bei den Dämonen aus den "Tanz der Teufel"-Filmen in die Lehre! Lamia wirkt im Vergleich dazu leider – das Wortspiel drängt sich zu sehr auf – ein wenig lahm. Genau das ist leider das Problem von "Drag Me To Hell". Der Film ist kurzweilig, originell und erfrischend unblutig. Dennoch hätte Sam Raimi in Sachen Gruselaction ein wenig mehr auf den Putz hauen können. Vor allem der Showdown wirkt ein wenig zu einfallslos.

Dennoch: Eine spaßige Rückkehr in die Gruselwelt der 1980er, als man bei Specialeffects noch nicht an CGI-Monster dachte, ist "Drag Me To Hell" in jedem Fall. Und wer keine zu hohen Erwartungen hat, wird über diese herrlich rabenschwarze Gruselkomödie mal so richtig ablachen können.

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