Freitag, 9. Oktober 2009

Die Deutschen halt...

Jesses ne.

Die aktuelle Folge von "Flash Forward" spielt zum Teil in München, und zwar in einem ominösen "Quale Prison". Damit ist wohl das "Stadelheimer Gefängnis" gemeint. Laut der Folge, die übrigens im Original "137 Sekunden" heißt, ist es jedenfalls das Gefängnis, in dem Sophie Scholl hingerichtet wurde. (Also müsste es das Gefängnis in der Stadelheimer Straße sein.)

Oben ein Bild, wie dieses Gefängnis in der Folge aussieht. Da staunt man, wie nah die Alpen doch plötzlich an München herangekrochen sind. Und auch der Olympiaturm ist erstaunlich nahe an der Frauenkirche...

In dem Gefängnis sitzt dann auch ein alter Nazi, der Rudolf Geyer heißt. Der Gefängnisdirektor heißt Stefan Krieger und wird doch prompt von Thomas Kretchmann gespielt. Die Dialoge laufen dann auf folgendem Niveau ab:

Agent Hawk: "Es gibt viele Geister hier. Ist das nicht der Ort, wo Sophie Scholl und der Rest der Widerstandsgruppe 'Weiße Rose' hingerichtet wurden?"
"Herr Krieger": "Wenn ich mich nicht irre, hat Ihr Land die einheimische indianische Bevölkerung ausgerottet und über 250 Jahre die organisierte Sklaverei ausgeübt."
Agent Benford: "Und wir haben der Welt Britney Spears gegeben."

Quotenträchtig war das nicht, die dritte Folge von "Flash Forward" hat gegenüber dem erfolgreichen Auftakt einiges an Zuschauer eingebüßt.

Kommentare:

  1. Hi, das Bild muss eine Fotomontage sein, da es Richtung Norden blickt (Achse Standelheim- Frauenkirche-Olimpiaturm) und dennoch die Alpen zu sehen sind, die üblicherweise südlich von München sind.

    Es gibt totzdem schöne Bilder von München, wo durch den korrekten optischen Effekt, es so aussieht als ob die Alpen dicht an München in die Höhe ragen.

    Gruß aus München

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  2. Ich wohne auch in München, warum glaubst Du, habe ich mich so gewundert! :-) Und da die Alpen jetzt nicht gerade dem Himalaya entsprechen, mag es zwar hin und wieder so aussehen, als würden die Alpen direkt hinter dem Starnberger See beginnen, sie sind dann aber garantiert nicht so hoch! :-)

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  3. Naja, bei Bourne Ultimatum stand auch schon mal ne Straße von Berlin-Prenzlauer Berg irgendwo in Madrid, In Los Angeles kann man von einem Ende der Stadt ans andere in 24, erm, 42 Minuten fahren usw.

    Ist halt Hollywood-Geographie.

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  4. Als bekennender Norddeutscher bin ich mit den großen Bergen im Bild problemlos klargekommen ;-)

    "Quale" ist natürlich Käse als Gefängnisname und manchmal wünscht man sich wirklich eine fact finding Abteilung à la Okuda wie zu Trek-Zeiten auch bei anderen Serien. Quale prison kriegt von mir aber weniger Gummipunkte für den Lacheffekt als das grenzgeniale "Wissenschaft prison" bei Frankfurt seinerzeit in "Fringe".

    Das einzig wirklich Nervige, das mich bei Ausflügen nach Deutschland in US-Serien wirklich ärgert, war diesmal dankenswerterweise nicht dabei: Man kann die Deutsch sprechenden Schauspieler hier tatsächlich verstehen (auch wenn sie Nazi-Indianer-Käse von sich geben). Meist hab ich für das, was dem US-Zuschauer als Deutsch verkauft wird, nämlich die englischen Untertitel nötig, um zu kapieren, was den "Deutschen" über die Lippen geht.

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  5. @Henning: Ganz großes Kino ist bezüglich deutschsprechend natürlich "Stirb Langsam" aber auch die Folge "1969" von Stargate SG-1

    Ganz verständlich fand ich immer das Deutsch in "Alias" wobei es da je nach Sprecher auch Qulitätsschwankungen gab.

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  6. Ich weiß bei solchen Sachen immer nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Gerade der typisch dümmliche Dialog hat mich beim Sehen der Serie auch abgeturned.

    Es gab aber mal eine Steigerung des Blödsinns: In der US-Serie "The Unit" spielte eine Folge in Hamburg! Seltsam war, dass in der U-Bahn-Haltestelle "Jungfernstieg" nur typisch amerikanische Züge fuhren und eine Szene draußen eine bizarre Kulisse aus den 40er Jahren zeigte. Altdeutsche Schrift an den Läden etc. Peinlich.

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  7. Was allerdings sehr realitätsnah war: Das Schuldabwehrargument Nr. 1 der Deutschen. "Und ihr und die Indianer und Sklaven".

    Die deutschen Dialoge hingegen waren nicht so "authentisch". Im Gespräch Gefangener und Wärter sind zig englische Phrasen einfach eingedeutscht, wie z.B. "same old".

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