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Freitag, 6. November 2009

V

Eine neue Serie in den USA: "V". Ein Remake einer Serie aus den 1980er Jahren. Eine Serie, die ich damals mit großer Spannung verfolgte. Das war damals, als ich noch nicht einmal Kabelfernsehen hatte und Fernseh-Science-Fiction für mich aussah wie die Classic-Serie.

Jetzt kommt die Remake-Serie von "V", die eindrucksvoll zeigt, wie sich das Fernsehen verändert hat. Interessant sind die Ähnlichkeiten mit "Flash Forward". Offenbar müssen Serien inzwischen mit großen Katastrophen-Szenen beginnen, während sich die Hauptfiguren gerade auf Terroristenjagd befinden.

Dennoch: Die erste Folge des "V"-Remakes macht Spaß. Die Darsteller sind gut, die außerirdische Bösewichtin Anna ist faszinierend, und es gibt einige nette Rätsel und Verschwörungselemente. Da bleibe ich in jedem Fall dran.

Sonntag, 1. November 2009

Verarschen lass ich mich nicht

Damit wir uns Recht verstehen: Ich mag "Flash Forward". Und ich werde die Serie weiter verfolgen. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich von der Serie verarscht werde. Hier schimmern mir zu viele Tricks durch. Daher habe ich mal ein paar Verarsch-Regeln aufgestellt, mit denen Serienmacher ihre Zuschauer gerne für blöd verkaufen.

1. Viele Figuren mit wenig Story.

Wir hatten es bei "Heroes". Und wir haben es bei "Flash Forward". Sehr viele Figuren mit jeweils sehr wenig Story. Man braucht nicht viel Story, weil das Geschehen dauernd zwischen den Charakteren wechselt. Da fällt gar nicht mehr groß auf, dass nicht viel passiert. Das führt uns zu Punkt 2:

2. Wiederholung

Bei sehr vielen Figuren kann man Dialoge immer und immer wieder wiederholen. Ob ein Vater nun seiner Tochter zum 100ten Mal erklärt, dass man Superkräfte verheimlichen soll, oder ob uns bei "Flash Forward" zum hundertsten Mal gezeigt wird, wie Olivia zu Simcoe "Hello Darling" sagt... So erzählt man keine Story, auch wenn man durch heutige Schnitttechnik und Wackelkamere schnell so tun kann, als würde was passieren.

3. 30 Stunden vorher

Ich kann es nicht mehr sehen. Fast jede Serie beginnt inzwischen mit irgendeinem Highlight und zeigt uns dann: "30 Stunden vorher". Sorry, nur weil ihr keinen starken Anfang habt, könnt ihr ihn euch nicht einfach für den Showdown ausleihen. Das macht es nicht spannend.

4. Unfairer Cliffhanger


Sorry, aber was uns heute teilweise in Serien aufgetischt wird, spottet jedem alten Filmserial! In der fünften "Flashforward"-Folge saßen alle im gleichen Auto, während es explodierte. Und dann sieht man alle unverletzt vor dem Auto??? Und die Macher hoffen auf den doofen Zuschauer, der denkt: Hab ich da was nicht mitgekriegt? Und dann gibt es einen heftigen Schusswechsel, damit den Rest das Kurzzeitgedächtnis erledigt. No way, Leute!

5. Wie Du ja weißt: Deine Schwester ist tot und wir beide haben gestern ein paar Leute ermordet


Okay, ich weiß, es ist immer schwer, Infos in einen Dialog zu verpacken. Dafür gibt es die schönen "As you know"-Sätze. "Wie Sie ja wissen...". Figuren sagen sich Dinge, die sie selbst wissen, und durch die Floskel "wie Sie ja wissen" scheint alles okay zu sein. "Babylon 5" war voll davon und trieb mich damit in den Wahnsinn. Man hat kein Vertrauen in die Intelligenz der Zuschauer. Bei "Lost" tut man das nicht. Sa sagt Sawyer zu Kate: "Du bist naiv, wenn Du denkst, auf dem Festland erwartet dich was anderes als Handschellen." Da wird nichts erklärt. Da gibt eben es kein "wie du ja weiß, wirst du dort wegen Mordes gesucht". Nicht so "Flash Forward". "Du musst mit mir reden. Jetzt, da wir für das größte Deaster in der Geschichte der Menschheit verantwortlich sind." Ahhh!!! Das soll wohl heißen, die beiden haben was mit dem Flashforward zu tun!!! Ahhh!!! Das hätten wir auf subtilere Weise sicher nicht begriffen.

6. Wir haben den Plan, demnächst einen Plan zu haben, von dem wir sagen, wir hatten ihn von Anfang an


Eine gute Geschichte braucht wahrscheinlich keinen Plan. Ein genialer Schriftsteller braucht ihn vielleicht auch nicht. Aber eine Serie, die mit den Zeiten spielt und in der es um ein Element der Zukunft geht, sollte wohl einen haben. Vor allem, wenn sie so tut, als hätte sie einen. Die Zylonen hatten ja angeblich beim Galactica-Remake einen Plan. Dass die Macher nie einen hatten, bewies nun der völlig überflüssige Galactica-Film "The Plan". Wenn immer wieder die gleichen, völlig nichtssagenden Floskeln kommen ("Du wirst verstehen", "Es liegen keine glücklichen Tage mehr vor uns", "Rette die Chearleaderin und damit die Welt"), dann sagt mir das nur: Leute, ihr habt im Leben keinen Plan!

7. Kein Lost

"Lost" ist genial. Unerreicht. Skurril. Völlig neuartig. Unberechenbar. Der Beweis, wie es geht. Wie Mythologie und Figuren gleich wichtig sein können. Das wird sich so bald nicht wiederholen lassen. Nur: Dann tut es auch nicht. Ködert mich nicht als "Lost"-Fan und setzt mir dann unausgegorenes Zeug vor. Man kann die Form eines Flugzeugs mit Legosteinen nachbauen. Fliegen tut es dennoch nicht. "Flash Forward" und "Heroes" haben sich das "Lost"-Publikum ausgesucht. Erwartet bei einer so hohen Messlatte keine Nachsicht!

Mittwoch, 30. September 2009

Crusade

Das, was ich hier schreibe, wird und kann irgendwann sicher mal gegen mich verwendet werden. Ich schreibe es aber dennoch.

Aus Gründen, die ich hier nicht ausführen möchte, sah ich mir die Serie "Crusade" an. Bei "Crusade" handelt es sich um ein Spin-Off der Serie "Babylon 5". Die 13-teilige Serie dreht sich um das Raumschiff Excalibur, das unterwegs ist, um ein Heilmittel zu finden, weil ein gefährliches Virus die Erde heimgesucht hat.

Zu Captain Gideons Truppe gehört ein Techno-Magier, ein Mitglied der Diebesgilde, ein supergenialer Wissenschaftler und ein Telepath (der übrigens von Daniel Dae Kim, dem Darsteller von Jin aus der Serie "Lost"). "Crusade" ist der originelle und durchaus geglückte Versuch, Fantasy auf die SF zu übertragen.

Erstaunlicherweise gefiel mir die Serie, obwohl sie kein Finale hat und auch sonst ein wenig konfus wirkt. Dafür ist sie immer wieder unterhaltsam und eben nicht so statisch wie die Urserie "Babylon 5". Ein Jammer, dass "Crusade" nie beendet wurde, auch die späteren "Babylon 5"-Filme griffen die Handlung nicht mehr wieder auf.

Samstag, 15. August 2009

Galactica

Da staunt man. Bryan Singer wird bei einem Remake von "Battlestar Galactica" Regie führen. Der neue Kinofilm soll aber nichts mit der TV-Serie von Ronald D. Moore zu tun haben. Angeblich hat Bryan Singer schon vor dem TV-Remake Pläne für ein "Battlestar Galactica"-Kino-Remake vorgelegt.

Da darf man gespannt sein, ob sich der Kinofilm nach der düsteren Militär-Optik der TV-Serie wieder mehr der phantasievollen Vielfalt des Originals annähert. Es wäre zu wünschen. Was übrigens die alte Serie angeht, nach wie vor eine der eindrucksvollsten und besten SF-Serien, die das Fernsehen je hervorgebracht hat: Seit es die Serie nun auch auf deutsch auf DVD gibt, kann man nur sagen: Diese "Space Opera" von "Knight Rider"-Erfinder Glen A. Larson gehört ins Regal eines jeden, der sich SF-Fan nennt!!!

Donnerstag, 16. Juli 2009

Warehouse 13

Ab Januar 1990 lief auf SAT.1 die kanadische Horrorserie "Erben des Fluchs". Darin mussten die Erben eines schwarzmagischen Antiquitätenladens "verfluchte" Gegenstände aufspüren und sicher in den Laden zurückzubringen. Gegenstände gab es endlos viele, in jeder Folge einen. Ein Spiegel, der eine hässliche Frau in den Augen ihres Verehrers unwiderstehlich macht, was aber den Tod dieses Verehrers nach sich zieht, oder ein Radio, das zwar Wünsche erfüllt, aber auch Phobien erweckt.

Einem sehr ähnlichen Konzept folgt nun die neue Serie "Warehouse 13", deren Pilotfilm ich mir gestern ansah. "Warehouse 13" wurde großspurig als Mischung aus "Akte X", "Indiana Jones" und "Moonlighting" angepriesen.

In "Warehouse 13" geht es um ein geheimes Lagerhaus der Regierung, wo übernatürliche Objekte aufbewahrt werden. Die Geheimagenten Myka Bering (Joanne Kelly) and Peter Lattimer (Eddie McClintock) haben nun den Auftrag, verschwundene Objekte aufzuspüren und ins Lagerhaus zurückzubringen. In der ersten Folge muss man einen Kamm der Lucretia Borgia sicherstellen, der verschiedene Leute in der nahen Umgebung (aber nicht unsere Geheimagenten) plötzlich italienisch sprechen lässt und schließlich gewaltttätig oder besessen macht.

Das ganze ist zwar ganz kurzweilig, aber letztlich ist das Konzept zu durchschaubar und vor allem zu einfallslos. Die Hauptfiguren sind sympathisch, aber schlicht zu banal. Sie bekamen zwar nach typischem Strickmuster ein paar kleine Phobien verpasst, das hat aber letztlich die Banalität eher vergrößert. Irgendwann wird sich die Serie wahrscheinlich mit irgendeinem Dauergegner sowas wie einen Mystery-Arc zimmern und voraussichtlich nach der zweiten Season ohne großartige Auflösung eingestellt.

Ehrlich gesagt hätte ich da fast mehr Lust, mir noch einmal "Erben des Fluchs" anzusehen.

Dienstag, 2. Juni 2009

Besser spät als nie

Nun endlich habe ich mir die komplette Serie "Firefly" angesehen. Hätte ich längst tun sollen, aber als die Serie 2002 - hatte ich schon mal erwähnt, wie sehr die Zeit vergeht - das erste Mal lief, sprang der Funke nicht so ganz über.

Jetzt auf Blu-ray war der Spaß schon größer, wobei ich zur Blu-ray-Qualität sagen muss: In einigen Szenen sehr scharf und plastisch, in anderen aber fast schon verschneit und pixelig. Auf DVD dürfte das aber ohnehin nicht auffallen.

"Komplette Serie" klingt ein wenig hochtrabend. Denn leider brachte es "Firefly" nur auf 14 Folgen. Das ist bei einer Joss-Whedon-Serie fatal. Joss Whedon, der Schöpfer der Serien "Buffy - Im Bann der Dämonen" und "Angel - Jäger der Finsternis", kreiert für seine Serien stets Comic-Charaktere, die erst im Verlauf der Jahre ihre Grenzen sprengen und echte Tiefe erlangen. Dafür reichen 14 Episoden leider nicht aus.

Dennoch ist "Firefly" vor allem stilistisch sehr interessant. Dass die Raumschiffszenen wirken, als sei versucht worden, sie mit einer Handkamera einzufangen, ist sehr innovativ (und wurde später von dem "Battlestar Galactica"-Remake übernommen). Ungewöhnlich ist es, im Weltraum keine Geräusche zu hören, was aufgrund des Vakuums natürlich realistisch ist. Dennoch gibt es keine Serie, die auf die Geräusche verzichten will. Die Musik mischt Akustikgitarren mit asiatischen Tönen, was für eine SF-Serie sehr originell ist.

Letztlich ist diese Miniserie allen SF-Liebhabern zu empfehlen, die eine originelle und kurzweilige Weltraumserie suchen.